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Es geht nicht um Plattformen, B2C oder Marketing – es geht um Ihr Unternehmen

Denken Sie digitale Kommunikation neu. Das Internet erweitert die Fähigkeiten Ihres Unternehmens, nicht nur die Kommunikation. Es hilft Ihnen, Ihren Kunden näher zu sein bei deren Arbeit oder in deren Leben. Es erlaubt eine tiefere Beziehung zwischen den Kunden und Ihrer Marke, Ihren Mitarbeitern und den Unternehmensprozessen.

Diesen Beitrag als PDF zum Download: Fakten 1 – Digitale Kommunikation

It is impossible for a man to learn what he thinks he already knows

Epictetus (c. 60-120); Roman Philosopher (Zitiert nach de Wit / Meyer: Strategy – Process, Content, Context ISBN 978-1-4080-1902-3)

Einige der Vorstellungen über digitale Kommunikation, mit der ich immer noch häufig konfrontiert werde, drehen sich um Kundenkommunikation und soziale Netze. Kundenkommunikation wäre ausschließlich Aufgabe von Marketing und Vertrieb, man hätte erwogen, Social Media in der Markenkommunikation einzusetzen, aber die Kunden wären nicht auf Facebook oder Twitter. Gerade im Bereich Business-to-Business wäre all dies nicht relevant, und dieser Trend wird in ein paar Jahren auch wieder verschwunden sein.

Einige dieser Punkte sind durchaus valide. Sie alle blockieren den Blick auf das Wesentliche – die Evolution, die sich in der digitalen Kommunikation verbirgt. Und die kein Unternehmen vernachlässigen darf. Anstatt sich mit der Verlagerung von Newslettern in Facebook zu beschäftigen, sollte der Unternehmer darüber nachdenken, wie er ein zuverlässiges und belastbares Netzwerk aufbaut, das in alle relevanten Bereiche seiner Industrie hineinreicht. Der Schlüssel zum Erfolg sind persönliche Kontakte, gegenseitige Wertschätzung und die Entwicklung realer Werte für alle Beteiligten. Digitale Kommunikation ist der Schlüssel dazu. Aus der Grafik wird schnell ersichtlich, dass sie für alle Unternehmensbereichen relevant ist.

Quelle: de Wit / Meyer: Strategy – Process, Content, Context ISBN 978-1-4080-1902-3

Letztendlich geht es um die Erweiterung der unternehmerischen Fähigkeiten. Die individuelle Entscheidung des Unternehmens ist, mit welchen Mitteln diese Erweiterungen erreicht werden, und in welchen Bereichen sie besonders sinnvoll sind. Die Anzahl der Schreibtische im Unternehmen verliert ihre Relevanz, wenn Wissen, Innovationen oder finanzielle Mittel einfacher, schnell und sicher aus dem Internet bezogen werden können. Die Vielfalt und Geschwindigkeit technischer Entwicklungen können gerade von mittleren und kleinen Unternehmen aus eigener Kraft nicht mehr bewältigt werden. Hier sind neue Ideen und neue Wege gefragt. Der Entscheidung über die Kernkompetenz des Unternehmens und der Differenzierung der zusätzlich notwendigen, aber nicht für die Abgrenzung vom Wettbewerb relevanten Aktivitäten ist in diesem Umfeld eine neue Aufmerksamkeit zu widmen.

Digitale Kommunikation hat die Macht, Ihr Unternehmen an die Spitze zu bringen – oder Sie zurückzulassen. Das Internet eröffnet neue Märkte und gibt Raum für die Erweiterung des Geschäftsmodells. Ebenso entzieht es angestammten Geschäftsmodellen die Grundlage. Nicht allein technologische Trends sind der Grund dafür, sondern die Verbindung von Technologie und gesellschaftlicher Evolution, und den daraus erwachsenden Veränderungen der unternehmerischen Rahmenbedingungen. Das bekannteste Beispiel ist die Musikindustrie. Aber auch das Hotel- und Taxigewerbe spüren die ersten Auswirkungen dieser Entwicklungen. Langfristig wird jede Industrie mehr oder weniger betroffen sein.

Ein Unternehmen in ein digitales Unternehmen zu wandeln ist eine strategische Aufgabe. Einmal begonnen, ist dieser Prozess unumkehrbar, und sollte daher gut geplant werden. Es greift stark in die Unternehmens- und auch in die Organisationskultur ein, ist jedoch auch Teil eines normalen evolutionären Prozesses, den jedes Unternehmen im Laufe seiner Geschichte mehrfach durchlebt. Ein strategischer Ansatz strukturiert diesen Veränderungsprozess. Neben der Entscheidung über revolutionäres oder evolutionäres Vorgehen in einzelnen Bereichen und dem Aufbau einer Digital Governance dient der strategische Ansatz der Sicherstellung von langfristigen Unternehmenszielen und messbaren Investitionsrenditen.

Um es auch klar zu sagen: dieser strategische Entwicklungsprozess ist nicht einfach umzusetzen. Er findet definitiv außerhalb Ihrer Komfortzone statt. Die Gefahr, wichtige strategische Evolutionen durch voreingenommene Sichtweisen zu blockieren ist nicht zu unterschätzen. Interne Widerstände müssen überwunden werden, eingeschränktes Wissen und Partikularinteressen führen zur Beeinflussung von Entscheidungsgrundlagen zum eigenen Vorteil – und blockieren so die unternehmerische Strategie.

Zudem wäre es vermessen, dem Unternehmer aufzubürden, sein funktionierendes Unternehmen komplett auf den Kopf stellen zu müssen. Der strategische Ansatz beschreibt einen evolutionären Prozess, der sich an die individuelle Unternehmenskultur und die Fähigkeiten zur Adaption anpassen muss. Ein sinnvoller Ansatz beginnt mit kleinen, schnellen und einfach umsetzbaren Schritten, die die heute schon vorhandenen Risiken minimiert und die Grundlage für eine strategische Richtungsentscheidung legen.

Digitale Kommunikation langfristig zu ignorieren ist fahrlässig. Die Gesellschaft verändert sich, die Technologie treibt und unterstützt diese Veränderung – je länger sich das Unternehmen diesem Prozess verweigert, desto schwieriger wird die Umstellung. Noch ist es einfach, die Evolution für das eigene Unternehmen zu nutzen und sich an die Spitze zu setzen.

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Comments ( 1 )
  • Digitale Strategie jetzt!bluebait says:

    […] Lassen Sie sich nicht von überkommenen Vorstellungen irreführen – es geht nicht um Plattformen, B2C oder Marketing. Es geht um Veränderungen in Ihrer Kommunikationskultur, darum, dem Kunden näher zu sein – bei dessen Arbeit oder in dessen Leben. Und es geht darum, eine tiefere Beziehung zu erlauben, zwischen den Kunden und Ihrer Marke, Ihren Mitarbeitern und den Unternehmensprozessen. […]